Neue Drohnen: Team der Rehkitzrettung auch in Zeiten von Corona im Einsatz

Das Kitzrettungsteam unter der Leitung von Marc Lachenmann ist startklar und hat vom Landratsamt Böblingen dankenswerterweise zwei neue Drohnen zur Verfügung gestellt bekommen.

Erstellt am 03.05.2020

Im vergangenen Jahr hat die Kreisjägervereinigung Böblingen erfolgreich das Kitzrettungsprojekt gestartet, um in enger Zusammenarbeit mit Landwirten und Jägern aus der Region, Rehkitze vor dem Mähtod zu retten. Der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildtechnik hat sich hierbei als zeitsparend und effektiv herausgestellt. Zwischen der Kreisjägervereinigung Böblingen konnte eine in Deutschland erstmals initiierte Kooperation mit dem Landratsamt stattfinden, das für dieses Jahr zwei neue Drohnen zur Verfügung stellt. Bei freien Kapazitäten erfolgt zudem eine Zusammenarbeit mit der Jägervereinigung Leonberg.

Für das engagierte Rehkitz-Rettungsteam unter der Leitung von Marc Lachenmann sind es aufgrund der Pandemie jedoch erschwerte Bedingungen. Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen erlauben keine großangelegten Suchaktionen. Möglich sind neben dem Absuchen der Flächen mit Drohnen z. B. das Absuchen der Wiese mit Hund (ohne Menschenketten) sowie das Aufstellen von Vergrämungsmaßnahmen. Diese Leistung ist für den Landwirt und auch für den Jagdpächter kostenfrei. Steht der Mähtermin fest, kann der Pächter (oder Landwirt) unter der zentralen Nummer 07034-937085 oder per E-Mail unter kitzrettung(at)kjvbb.de Kontakt mit dem Drohnenteam aufnehmen. Details dazu und Kontaktinformationen bei der Kreisjägervereinigung Böblingen unter diesem Link.

Zum Thema Rehkitzrettung hat sich auch die Landesbeauftragte für Tierschutz aktuell zu Wort gemeldet: „Durch die Mähmesser kommt es zwischen Mitte April bis Ende Mai zu schweren Verletzungen und tödlichen Unfällen“, so die Landestierschutzbeauftragte, Dr. Julia Stubenbord, am 29. April in Stuttgart. Über 100.000 Wildtiere sterben jährlich in Deutschland durch Mähmaschinen, davon sind knapp 90.000 Rehkitze. Neben der Tierschutzrelevanz besteht dabei für die Landwirte auch ein wirtschaftliches Risiko. „Die Kadaver im Gras können durch die Verwesung unter Luftabschluss gefährliche Giftstoffe im Silagefutter bilden, die zu tödlichen Krankheiten bei den Tieren, die das Futter dann fressen, führen“, so Dr. Stubenbord weiter. Zudem drohen strafrechtliche Konsequenzen. Weitere Informationen zur Arbeit der Landesbeauftragten für Tierschutz gibt es hier.

Eine Übersichtskarte zu Rehkitzrettungsteams sind zu finden auf der Webseite des Landesjagdverbands hier.

Erstellt am 03.05.2020
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