Artikel aus dem Gäubote aus dem September 2025
Gäufelden: Vier Gemeinden im Kreis Böblingen werden großflächig mit Blühstreifen ausgestattet, darunter auch Tailfingen. Die Flächen dafür stellen die örtlichen Landwirte zur Verfügung.
Man vermutet gemeinhin wenig Einigkeit zwischen Jägern, Landwirten und Naturschützern. Drei Gruppen, die verschiedener kaum sein könnten, vor allem wegen ihrer unterschiedlichen Interessen. – Im Kreis Böblingen beweist das neueste Projekt zugunsten der Artenvielfalt allerdings, dass es nicht so sein muss. Gemeinsame Ziele sind möglich und umsetzbar, wenn es für alle Seiten gerecht zugeht. Überrascht habe Projektinitiator Siegfried Zenger, langjähriger Leiter der Regionalentwicklung des Landkreises, gewirkt, erinnert sich die Gäufeldener Landwirtin Karin Zimmermann schmunzelnd. „Er hat sicherlich nicht erwartet, dass wir Landwirte direkt ja sagen auf die Frage, ob wir bereit sind, einen Teil unserer Flächen für den Artenschutz herzugeben. Aber ich habe direkt gesagt, das ist gar kein Problem, – wenn wir eine wirtschaftliche Entschädigung bekommen.“ Ohne die gehe es nicht, schließlich seien die Landwirte auf ihre Ernte angewiesen. Und sie bekommen den Ausgleich, dank der Ehrmann-Stiftung, die das Projekt mit in Summe 19 500 Euro fördert, verteilt über drei Jahre. „Auch wir sehen die Themen Rebhühner und Insektensterben. Und wir sind bereit, uns hier zu engagieren“, betont Karin Zimmermann. Nur ein paar Gespräche seien nötig gewesen und schon habe man in der Region ganze drei Hektar Fläche zusammengehabt. „Alle setzen sich gemeinsam für den Artenschutz ein“, freut sich auch der Gäufeldener Bürgermeister Benjamin Schmid. „Die beteiligten Parteien arbeiten nicht gegeneinander, sondern zusammen. Und nur so kann es funktionieren.“ Dem stimmt auch Hegeringleiter Heico Scheeff zu. Er nennt die Kommune, die über die Bauhöfe Hecken und Wegränder pflegt, Jäger, die für die Regulierung der Bestände von Fressfeinden des Rebhuhns sorgen und Landwirte, die die Lebensräume der Tiere aufwerten. „Es braucht die Vielfalt der Beteiligten“, betont er. Nur wenn an allen Stellen angesetzt wird, könne sich eine Wirkung zeigen.
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