Jahresbericht 2019/2020 der Kreisjägervereinigung Böblingen e.V.

Die für den 28. März geplante Jahreshauptversammlung musste aufgrund der derzeitigen Lage abgesagt werden. In einem Schreiben vom 31. März hat der Kreisjägermeister Claus G. Kissel die Mitglieder der Jägervereinigung über die wichtigsten Informationen und Beschlüssen des Vorstands informiert.

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Liebe Jägerinnen und Jäger, sehr geehrte Mitglieder der Jägervereinigung,

eigentlich hätte unsere Jahreshauptversammlung in Schönaich stattfinden sollen. Wir hatten viel vorbereitet und uns alle sehr darauf gefreut. Aber es kam anders, die Corona-Pandemie nahm ihren Lauf. Bereits einige Zeit bevor das gesetzliche Verbot kam, zeigten uns die Umstände auf, dass es keinen Sinn macht diese durchzuführen und ich habe mich dann sehr schweren Herzens zu einer Absage entschlossen.

Der geschäftsführende Vorstand hat sich dann am Tag der Versammlung zu einer außerordentlichen Vorstandssitzung – erstmalig per Videokonferenz – zusammengefunden. Heute möchte ich Euch daher über die Beschlüsse und Ergebnisse schriftlich informieren und auch das vergangene Jahr zusammenfassen.

Wir waren uns im Vorstand einig, dass wir in diesem Jahr auf die Jahreshauptversammlung verzichten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen hätten wir keine Möglichkeit mehr diese im aktuellen Jagdjahr, gemäß Satzung, durchzuführen. Dann ist völlig ungewiss, wann und wie es irgendwann weitergeht. Wenn die Bestimmungen gelockert werden, ist auch zu erwarten dass derartige Veranstaltungen nicht die erste Priorität erhalten werden. Zudem würden wir im Herbst terminlich mit der jagdlich aktiveren Zeit kollidieren. Erfahrungsgemäß trifft auch eine rein formale Veranstaltung auf kein so großes Interesse bei den Mitgliedern.

Die Kassenlage ist bezogen auf das Jahr 2019 ausgeglichen. Unsere Kasse wurde bereits durch die Rechnungsprüfer begutachtet und unserem Schatzmeister wurde eine ordentliche und satzungsgemäße Kassenführung bescheinigt. Der Prüfbericht hätte den Mitgliedern die Entlastung vorgeschlagen. Wer Einsicht in den Bericht bzw. die Kassenlage möchte, kann sich direkt an Uwe Kühne per E-Mail schatzmeister@kjvbb.de wenden.

Der Entscheidung des geschäftsführenden Vorstands ist daher alle formalen Dinge, wie z. B. Entlastungen, Ernennung von Ehrenmitgliedern, Genehmigung des Jahresberichtes sowie des Kassen- und Prüfungsberichtes für das Geschäftsjahr 2019 und die Feststellung des Haushaltsplanes 2020, als Nachgenehmigung in der Jahreshauptversammlung im kommenden Jahr zu beschließen. Der Termin wäre dann am Samstag, den 20. März 2021. Die Versammlung wird diesmal beim Hegering 5 in Gäufelden-Tailfingen stattfinden.

Des Weiteren haben wir folgende Mitglieder, die Satzung gibt uns dazu die Möglichkeit, kommissarisch zu neuen Vorstandsmitgliedern benannt: Kathrin Weik wird Petra Reidel als Presseobfrau ablösen, Jochen Mössner folgt auf Markus Koebler als Schiessobmann und Adolf Marold wurde von den Bläsern als neuer Obmann für Norbert Zundl gewählt. Alle drei können ihr Amt leider aus beruflichen Gründen nicht mehr weiter ausführen. Wir bedanken uns sehr herzlich für die bisher geleistete ehrenamtliche Arbeit und wünschen persönlich und beruflich alles Gute. Die Nachwahlen bzw. Bestätigung der Nachfolger erfolgen dann bei der nächsten Jahreshauptversammlung. Wir sagen auch hier Danke für die Bereitschaft das Amt zu übernehmen und wünschen alle Gute und Freude bei der Ausübung des Ehrenamtes.

Die Ehrungen und Übergabe der Treuenadeln werden dann auch 2021 durchgeführt oder alternativ, auf Wunsch, auf dem Postweg zugesendet. Ich bitte daher um Nachricht, per EMail an kjm@kjvbb.de oder Anruf für welche Variante sich der zu Ehrende entscheidet.

Den Beschluss für die Renovierung der Jagdschule, die mittlerweile seit den 1990er Jahren in dem damals neuen Unterrichtsraum stattfindet, werden wir auch auf 2021 verschieben. Die Zeit für die Arbeiten wäre zu kurz, da die Jägerprüfung, Stand heute, auf Juli verschoben wird und der Raum benötigt wird. Der Gesamtvorstand hat daher entschieden lediglich die nötigsten Maßnahmen wie z. B. Tische, Lüftung und eine andere Anordnung in der Sommerpause vorab durchführen zu lassen. Wir passen unseren Haushaltplan nun entsprechend an.

Was ist sonst noch zu berichten:

Projekte der Hegegemeinschaften: Mittlerweile sind die HG1 (Böblingen), HG2 (Heckengäu-Sindelfingen) und HG5 (Oberes Gäu) von der unteren Jagdbehörde anerkannt und dürfen bereits im Mai die Jungfuchsbejagung durchführen. Das Rebhuhnschutzprojekt im Oberen Gäu wird bereits im dritten Jahr aktiv von den Jägern begleitet und läuft gut. Hinzugekommen ist, dass wir beim Kiebitzprojekt in der Krebsbachaue bei Rohrau auch im vergangen Jahr mehr eingebunden waren. Dort ist eine verstärkte Prädatorenbejagung mit Falle und Kunstbau geplant. Die Vorsitzenden dieser drei Hegegemeinschaften sind nun Mitglieder des Vorstands.

Schießwesen: Unsere Schrotschusstestanlage ist mittlerweile in Betrieb und kann am Kipphasenstand genutzt werden um zu erfahren, wie die Trefferlage der Flinte ist. Der Umbau des laufenden Keiler auf eine akustische (verschleißarme) Trefferanzeige ist fast abgeschlossen. So werden wir laufende Kosten einsparen und es besteht auch die Möglichkeit den Keiler vielfältiger z. B. als Doppelkopfkeiler zu nutzen. Die Nadeln und Schießnachweise für unser Böblinger „Keilersiegel“ sind mittlerweile eingetroffen. Sobald es wieder erlaubt ist, wird unser Keilerstand geöffnet und dieser neue Schießleistungsnachweis wird möglich sein.

Jagdhornbläser: Unser Corps hat steigende Mitgliedgliederzahlen. Die jahrelange gute Arbeit von Norbert Zundl zahlt sich aus. Ein weiterer Grund ist unsere Ausbildungsgruppe, die unter Leitung von Lui Hoffmann in diesem Jahr wieder einige Bläser in die aktive Gruppe überführt.

Kitzrettung: Diese geht nun mit einem hochengagierten Team um Marc Lachenmann in das zweite Jahr. Wir erhalten vom Landkreis zwei Drohnen, für die wir sehr dankbar sind. Dank dieser und zwei weiterer Piloten werden in diesem Jahr – wir hoffen, dass es uns trotz Corona erlaubt ist – die Rettungen der Rehkitze noch effektiver und umfangreicher.  

Wild aus dem Kreis Böblingen: Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr mit einem Kooperationspartner an den Start gehen können und unseren Mitgliedern die Möglichkeit zur Anlieferung von Wild geben können. Die Vermarktung ist über die CAP-Märkte geplant. Eine Vorabserie an Wurst und Rauchfleisch, die wir zur Jahreshauptversammlung haben herstellen lassen, werden wir den Tafelläden im Kreis spenden. Diese sind wegen der aktuellen Krise sehr auf Lebensmittel angewiesen, da im Moment ein großer Versorgungsengpass entstanden ist. Wir denken, dass wir im Sinne der Mitglieder handeln unser hochwertiges Lebensmittel für bedürftige Menschen zu spenden. Ich möchte mich auch ausdrücklich nochmals bei den Spendern der Sauen bedanken, die ihr erlegtes Wild der Jägervereinigung spontan zur Verfügung gestellt hatten.

Landesjägertag: Dieser wurde abgesagt. Anstatt dessen findet Anfang Oktober eine reine Delegiertenversammlung statt. Hier werden neun Delegierte, die aufgrund der Situation vom Vorstand benannt werden, teilnehmen.

Was ist erlaubt auf der Jagd: Jagdlich erfahren wir einige Einschränkungen. Unser Landesjagdverband hat eine kleine Zusammenfassung – Stand heute - veröffentlicht, die wir hier erneut weitergeben möchten.

Veranstaltungen: Per Verordnung des Landes dürfen bis 15. Juni keine Veranstaltungen und keine Vereinsaktivitäten stattfinden. Das bedeutet, dass die in der Jagd BW April ankündigten Termine bis zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden. Wir versuchen unsere Website diesbezüglich aktuell zu halten und empfehlen Euch dort die Infos abzurufen.  

Bleibt mir nun Ihnen und Euch einen guten Weg durch diese Krise zu wünschen. Wollen wir alle hoffen, dass die privaten und beruflichen Folgen zu bewältigen sind. Dennoch viel Freude an der Jagd, Gesundheit und Waidmannsheil.

Viele Grüße und hoffentlich bis bald

Ihr und Euer  

Claus G. Kissel

Kreisjägermeister